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Unser Namenspatron

Auf nahezu allen Gebieten des menschlichen Zusammenlebens vollzogen sich tiefgreifende Veränderungen. Lange Entdeckungsreisen der Spanier und Portugiesen zur See erschlossen neue Welten und das politische Gleichgewicht der Mächte wurde vollständig umgestaltet. Technische Innovationen sorgten für eine deutliche Zunahme der Schriftlichkeit vor allem außerhalb der Klöster. Es war ein Jahrhundert der Widersprüche, geprägt von kirchlichen Reformbestrebungen, von ersten humanistischen Gedanken und furchtbaren Inquisitionsprozessen, von neuen Wegen in der bildenden Kunst und zahlreichen schrecklichen Kriegen.

Das 15. Jahrhundert markierte den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit und Johannes Gutenberg trug mit seinen Erfindungen einen wesentlichen Teil zu diesen Veränderungen bei.

 

Hier eine Briefmarke der deutschen Bundespost aus dem Jahr 1961 zu Johannes Gutenberg aus der Briefmarkenserie „Berühmte Deutsche”.

Er war eine herausragende Persönlichkeit und wurde deshalb 1998 von amerikanischen Journalisten zum „Man of the Millennium” gewählt, also zur wichtigsten Person des zweiten Jahrtausends. Im Jahr 2000 feierte die Stadt Mainz das „Gutenbergjahr” aus Anlass seines 600. Geburtstags.


Johannes Gensfleisch zum Gutenberg,
geboren um das Jahr 1400
 

Niemand weiß, wann Gutenberg geboren ist, und deshalb legte gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Gutenberggesellschaft den Geburtstag Gutenbergs in das Jahr 1400 um so seinen 500. Geburtstag im Jahr 1900 feiern zu können. Diese Entscheidung hat bis heute Bestand. – Nicht nur über seinen Geburtstag, auch über seine frühen Jahre und sein frühes Wirken ist wenig bekannt und das meiste bleibt Spekulation.

Gesichert ist jedoch sein Verdienst als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern. Als Goldschmied hatte Gutenberg Kenntnisse im Umgang mit Metallen und so war er in der Lage, seine Ideen vom Drucken technisch umzusetzen. Gutenbergs eigentliches Verdienst war die Entwicklung der beweglichen Metall-Lettern, die schnell herzustellen waren und immer wieder für die Satzherstellung genutzt werden konnten. Die praktische Umsetzung des gesamten Druckvorgangs vervollständigte er durch die Erfindung der Kniehebelpresse, einer Druckerpresse, die er vermutlich aus den damals gebräuchlichen Weinpressen entwickelte.

 
Seinen Namen Johannes Gensfleisch änderte er nach der Mode der damaligen Zeit, den 20er Jahren des 15. Jahrhunderts, nach der Bezeichnung des Familiensitzes seiner Eltern, dem „Hof zum Gutenberg”. So kennen wir ihn heute unter diesem Namen: Johannes Gutenberg.

Nach einigen frühen Umzügen mit seinen Eltern und Jahren der Wanderschaft, die ihn aus Mainz unter anderem auch nach Eltville führten, lebte Gutenberg zwischen 1434 und 1444 in Straßburg, wo er mit anderen Handwerkern als Goldschmied und Spiegelmacher arbeitete.

Erst am 17. Oktober 1448 lässt Gutenberg sich wieder in Mainz nachweisen. An diesem Tag nahm er eine Anleihe von 150 Gulden bei seinem Vetter Arnold Gelthus auf. Er suchte auch Kontakt zu weiteren Geldgebern wie den Mainzer Kaufmann Johannes Fust. Dieser gab ihm 1449 einen zinslosen Kredit von 800 Gulden und erhielt dafür als Pfand die vom Geld angeschafften Gerätschaften. 

 
Gutenbergs Experimente waren um 1450 soweit gediehen, dass er an den Satz und Druck von Einblattdrucken und umfangreichen Büchern gehen konnte. Dies waren Ablassbriefe, Kalender, Wörterbücher sowie eine lateinische Schul-Grammatik des Aelius Donatus, einen „Türcken-Kalender auf das Jahr 1455” und der „Aderlasskalender auf das Jahr 1457”.

1452 gab ihm Johann Fust ein zweites Darlehen von 800 Gulden, das für den Druck der 42-zeiligen Bibel gedacht war. Kurz vor Beendigung des Bibeldrucks kam es zum Bruch zwischen Fust und Gutenberg. Fust warf Gutenberg 1455 vor, die Gelder, die ausschließlich für den Druck der Bibel bestimmt waren, für andere Druckvorhaben zweckentfremdet zu haben. Im Rechtsstreit unterlag Gutenberg und musste die gesamte Werkstatt und die Hälfte der Bibelexemplare an Fust abtreten. Fust führte mit Gutenbergs Mitarbeiter Peter Schöffer mit Erfolg das Geschäft weiter. Mit Peter Schöffer als Leiter blieb die ehemalige Gutenbergische Druckerei das erste auch kommerziell erfolgreiche Druckunternehmen. – Auch Gutenberg arbeitete danach wieder in einer kleineren Druckerei.
 

Die in etwa 180 Exemplaren gedruckte Gutenberg-Bibel, von denen heute noch 49 erhalten sind, wurde ein beträchtlicher Erfolg. Und einigen Historikern zufolge muss Gutenberg an dieser Bibel – entgegen der landläufigen Darstellung, wonach ihn Johannes Fust in die Armut getrieben habe – gut verdient haben.

 

Adolf II. von Nassau, Erzbischof von Mainz, ernennt Gutenberg mit Urkunde vom 17. Januar 1465 in der Kurfürstlichen Burg zu Eltville zum Hofedelmann und lässt ihm ein Hofkleid, 2180 Liter Korn und 2000 Liter Wein übersenden. Nach seinem Tod im Jahre 1468 wird Johannes Gutenberg in Mainz beigesetzt. Sein Todestag geht nur indirekt aus einer Notiz unbekannter Hand in einem frühen Mainzer Druck hervor: „Anno Domini 1468 uf Sankt-Blasius-Tag starb der ehrsam Meister Henne Gensfleisch, dem Gott gnade.”

(Quelltext Wikipedia, überarbeitet)